Vom 07. bis zum 09. Februar waren wir mit leider etwas schwacher Besetzung im Harz auf Winterfahrt. Wir sind erst mit dem Zug an den Harzrand gefahren und von da aus mit dem Bus weiter nach Torfhaus. Obwohl wir eigentlich schon nicht mehr damit gerechnet hatten, lag dann ab 800m Höhe tatsächlich auch 20cm hoch Schnee. Da wir erst gegen 19 Uhr abends angekommen sind, war es natürlich schon dunkel. Deshalb sind wir nur noch 5km aus dem Ort hinaus gewandert bis zur Wolfswarte, wo wir dann auf einer kleinen Lichtung zwischen den Fichten übernachtet haben. Zum Glück war fast Vollmond. Ansonsten wäre das Zeltaufbauen und das Feuerholzsammeln noch Mal um einiges schwerer gewesen. Allerdings machte uns der Raureif einen Strich durch die Rechnung. Die Luftfeuchtigkeit war nämlich bei 100% und somit war überall ein Eisnebel, der sich selbst in den dichtesten Fichten an das sonst immer trockene Holz setzte. Sobald das Holz durch die Wärme eines Streichholzes auftaute, war es somit klitschnass. So krochen wir dann nur mit Gummibärchen gestärkt in unsere Schlafsäcke.

Unser Zeltplatz am Samstag morgen

Am nächsten Morgen erwachten wir durch strahlenden Sonnenschein. Aber noch immer war es eisig kalt. Unsere Kohtenbahnen waren mit einer dicken Schicht Raureif überzogen und komplett steif gefroren. Wir mussten beim Zusammenlegen stark aufpassen, dass sie uns nicht zerbrachen. Aber letztendlich haben wir es verlustfrei geschafft (was ziemlich gut war, denn so eine Kohtenbahn ist echt teuer). Zum Frühstück haben wir dann doch ein Feuer anbekommen, indem wir das innere Holz eines noch stehenden aber abgestorbenen Baumes genommen haben. Den Tag über sind wir dann 25km bis zur Hans-Künen-Burg gewandert. Während der Wanderung sind langsam unsere Schuhe durchgeweicht. Dies lag daran, dass man zum einen immer wieder Schnee von oben in den Schuh bekommen hat und zum anderen, weil sie auch von außen dauerhaft der Nässe ausgesetzt waren. Ursprünglich wollten wir querfeldein über das Moor „Auf dem Acker“ wandern, aber leider hatte ich meinen Kompass erfolgreich zu Hause liegengelassen und durch den Schnee sah das Moor überall gleich aus.So irrten wir dann einige Stunden vergeblich auf dem Moor hin und her. Demnach war es dann schon Zwei Uhr Nachmittags, als wir noch 15km Strecke vor uns hatten. Und spätestens um fünf Uhr würde es dunkel sein.

Wir alle mitten im Nirgendwo

Wir haben die Burg dann gerade noch erreicht, bevor die Dämmerung der Nacht wich. Dort angekommen hat sich dann das Zeltplatz finden als relativ schwierig herausgestellt, da der Boden überall aus einer dünnen Moosschicht bestand, unter der sich direkt Felsbrocken verbargen. Noch dazu hat man auch fast nichts gesehen, da es ja schon wieder dunkel war. Leider war diese Nacht nicht sternenklar, sodass nur der Schnee sich von allem anderen abhob. Aber nach einer Weile sind wir dann doch fündig geworden. Ab Mittags hatte auch Tauwetter eingesetzt, welches dann die ganze Nacht über angehalten hat.

Aussicht von der Wolfswarte

Dadurch waren leider am nächsten Morgen unsere Kohtenbahnen nass und nicht mehr gefroren. Aber die Plusgrade hatten auch ihren Vorteil. Durch sie sind unsere nassen Schuhe über Nacht nicht gefroren. Es ist schon unangenehm genug, in zwei Grad warme Schuhe zu steigen. Gefrühstückt haben wir dann erst Mal im Warmen in der Burg. Es gab eine Waldpilzsuppe am Kamin. Danach ging es dann noch 15km weiter Richtung Osterode, von wo aus wir den Zug nach Göttingen nehmen wollten. Gegen Nachmittag wurde es dann immer stürmischer, sodass wir dann froh waren, als wir aus dem Wald raus waren und Osterode erreicht haben. Insgesamt war dies ein Abenteuer, das Seinesgleichen sucht.

Hannes

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